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Drahtesel und Spitzohr

 

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Das Leben ist manchmal ein Balance-Akt.

Und wie sieht’s bei Euch aus? Seid Ihr im Gleichgewicht?

 

Ich wünsche Euch eine schöne Woche, Eure Monni

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Frühlingskatze

 

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Plopp, plopp, ploppplopp, ploppploppploppplopp…

Nach und nach öffenen sich in den Gärten und auf den Wiesen unseres Dorfes die Blüten der Frühlingsblüher. Ein Fest. So lassen sich sogar die eisigen Nachttemperaturen ertragen. Verrückt, wie so manchen zarten Blüten das gar nichts ausmacht. Blühen einfach weiter. Außer die Blüten an den Zwetschgenbäumen. „Das war’s“, sagte gestern Walter, als er bei einem gemeinsamen Rundgang durch den Garten die bräunlichen Überreste an einem Zwetschgenzweig inspizierte. An der Tiefe seiner Stirnfalten war abzulesen, wie sehr ihn die ausbleibende Zwetschgenernte im kommenden Herbst mitnimmt.

Ich hoffe, Ihr seid besser dran und Eure Bäume haben noch alle Blüten an den Zweigen. Eine schöne Woche wünsche ich Euch,

Eure Monni

 

Walters Bart

Es ist raus. Walter ist jetzt solo. Seine Frau Susi hat ihn verlassen. Die Kinder hat sie mitgenommen. Auf und davon ist sie, nach Australien. Da hat sie wohl nen Neuen.

„Was sie an dem nur findet, Mietze? Was hat der nur, was ich nicht habe? Noch nicht mal Haare hat er. Ach, soll sie doch mit dem Glatzkopf bleiben wo der Pfeffer wächst“, vertraute mir Walter vor ein paar Tagen nach Beendigung der Schmollphase an. Dann schaute er in den Spiegel – wir befanden uns im Badezimmer – strich über seinen Bart, seufzte: „Da müssen wir jetzt ran, was Mietzilein?“, nahm die Schere, kappte das Barthaar auf Vor-schmoll-Phasen-Länge und überlegte, sein Konterfei taxierend: „Was machen wir denn daraus Schönes, hm, gibt ja heute die dollsten Sachen?“

 

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„Am Ende hat sie sich an meinem Bart gestört, jetzt, wo sie auf mit ohne Haare steht. Soll ja voll sein mit Bakterien, so ein Bart.“, nuschelte er, während er sich großzügig mit Rasierschaum einseifte. Dann griff er zum Rasierer und machte sich ans Werk. Bald war das Vor-schmoll-Phasen-Stadium wieder hergestellt

 

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und er nahm die behaarte Zone über der Oberlippe in Angriff. „So ein Bart ist ja Ausdruck für Individualität und Selbstbewusstsein, sagt man“, erklärte er, in seinem Tun plötzlich inne haltend.

 

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„Egal, was ab muss, muss ab“, fuhr er fort und rasierte weg, was ihn ein halbes Leben lang, die glücklichen Ehejahre mit Susi inklusive, begleitet hatte.

„Na, wie seh ich aus?“, wollte er wissen.

 

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„Ist mir egal, so lange Du nicht auf die Idee kommst, mich zu rasieren“, gab ich zur Antwort.

„Wie neu geboren, was Mietze?“, fügte er an, tätschelte meinen Kopf und startete mit einem beherzten „So, jetzt gehen wir frühstücken“ in sein neues Leben.

Es scheint etwas Befreiendes zu haben, sich die Haare abzuschneiden. Ich habe das bei Menschen schon öfter beobachtet, das zeitgleiche Abwerfen von Fell und seelischen Altlasten. Walter geht es jetzt auf jeden Fall wieder besser.

Euch eine wundervolle Woche,

Eure Monni