Tier und Mensch

Tolle Tage

 

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Drei Zweibeiner verkleidet als zwei Vierbeiner.

Macht Ihr auch mit an Karneval, Fasnacht, Fasching…? Und sagt Ihr Narri Narro, Alaaf, Hellau oder was anderes?

Ich wünsch Euch in jedem Fall schöne Tage, mit und ohne Verkleidung,

Eure Monni

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Helikopterfrauchen

 

Neulich Nachmittag auf einem Streifzug am Dorfausgang traf ich endlich wieder einmal Arnold. Ich hatte ihn seit Wochen nicht gesehen. Er sah komisch aus. So komisch, dass ich im ersten Moment erschrak, als er aus einem Gebüsch sprang und direkt vor meinen Pfoten landete. „Allmächtige Bastet, was ist denn Dir passiert?“, brach es aus mir heraus. „Helikopterfrauchen“, gab er zur Antwort und erklärte, dass er neuerdings im Haus schräg gegenüber wohne, bei Frau Matthes, dem Neuzugang im Dorf. Sie sei sehr nett, er dürfe in ihrem Bett schlafen, ihr Sofa in Beschlag nehmen, erhalte drei mal am Tag eine Nacken-Wellness-Massage und fünf mal am Tag gebe es etwas zu fressen, ausschließlich Premiumfraß, nur vom Feinsten.

Leider sei Frau Matthes auch ein bisschen überbesorgt und habe ständig Angst, ihm könne etwas zustoßen. Sobald sie ihn längere Zeit nicht zu Gesicht bekommen habe, suche sie nach ihm. Egal, wo er sei, ob in der Wohnung,

 

 

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im Speicher,

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im Keller,

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oder draußen.

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Und das Zeug an seinem Körper sei das Resultat einer medizinischen Überversorgung durch Frau Matthes, die hypochondrisch veranlagt sei.

 

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„Oje“, bedauerte ich den Entstellten. „Iwo“, entgegnete Arnold, der das Verarzten lustig fand und die Verbände und Pflaster mit dem Stolz eines dem Höllenfeuer entgangenen präsentierte. Während wir so plauderten rief von Gegenüber immer wieder jemand: „Peterchen, Peterchen“, dazwischen Geraschel von Kunststoff.

„Peterchen, das bin ich“, sagte Arnold, nachdem er seinen Bericht geschlossen hatte. „Die Vieruhrjause ruft, Bio-Rindfleisch-Riegel. Kommst Du mit?“ Ich lehnte dankend ab, ich hatte keine Lust auf einen Verband. Man weiß ja nie. Wir rieben unsere Schnauzen aneinander, dann schlenderte Arnold über die Straße und verschwand hinter der Hecke seines neuen Heims.

Wunderschöne Woche allerseits und nehmt Euch in acht vor Drohnen und anderen Flugapparaten!

Eure Monni

Herbst

Letzte Woche, ich saß mit Karthäuser unter dem Lorbeerbusch hinter meinem Haus, kam Walter, mein Versorger, rammte eine Grabgabel in die Erde des Blumenbeets in unmittelbarer Nähe unseres Unterschlupfs, stellte einen großen Weidenkorb am Rande der Beetbegrenzung ab und ließ seinen Blick über die Zierpflanzenrabatte schweifen.

„Ah Mietzilein! Und wer ist das da neben Dir? Aha, der Graue, hoher Besuch, was? Seid Ihr am Mausen? Man kann Euch ja kaum erkennen bei dem Nebel“, sagte er, nachdem er uns entdeckt hatte, fummelte eine Gartenschere aus den Eingeweiden seines Blaumanns hervor, seufzte: „Pfffff, dann wollen wir mal, was?“ und machte sich daran, die vom ersten Nachtfrost dahin gerafften Dahlienstängel fünf Pfoten breit über der Erde zu kappen.

„Schaut Euch das an,

 

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so ein Jammer,

 

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gestern noch in voller Blüte

 

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und heute – ?

 

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Jetzt isser da,

 

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der Herbst,

 

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was?“, erklärte er und entledigte Dahlienpflanze um Dahlienpflanze ihrer dicht mit Blüten besetzten Triebe, die durch die Minustemperaturen eine Vanitas versinnbildlichende Optik erhalten hatten.

„Ach ja“, stöhnte Walter, als er den Haufen mit Schnittgut auf den Kompost warf. Dann machte er sich daran, die unterirdischen Teile der Dahlienpflanzen auszugraben, setzte sie Knolle um Knolle vorsichtig in den mitgebrachten Weidenkorb, raunte: „So, jetzt geht’s in den warmen Keller. In eine Kiste mit Sand“ und verschwand Richtung Haus im Nebel.

Während ich mir ausmalte, wie komfortabel es sein wird, demnächst bei Schietwetter wieder inhäusig mein Geschäft zu verrichten,

 

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erhob Karthäuser neben mir erst sich, dann seine Stimme und kommentierte frei nach Dieter Hildebrandt das eben geschehene Schauspiel mit den Worten: „Und wenn Du meinst, dass du bald sterbst, ist Herbst.“ Dann verschwand er ebenfalls im Nebel.

Ja, jetzt ist er also vorbei, dieser doch noch grandios gewordene Sommer. Ich hoffe, weltbeste Blogleserinnen und Blogleser, Ihr habt genug Sonne getankt. Schön, dass es Euch noch gibt und Ihr hier vorbei schaut.

Ich wünsche Euch eine prima Woche. Eure Monni