Hund

Casablanca

 

 

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Frohes Wochenende! Macht was Schönes!!! Eure Monni

 

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Tiere suchen ein Zuhause

Hab ich Euch das schon erzählt?: Walter, mein Versorger hat ein Hobby. Immer Sonntags. Am Abend. In der Glotze. Es heißt „Tiere suchen ein Zuhause“. Hier ein paar Impressionen:

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Tommy

 

 

 

Poeppchen

 

 

 

Paulchen

 

 

 

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Jagdblut

 

 

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Conni

 

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Funky

 

Ein schönes Hobby, wie ich finde. Ich schaue, bzw. höre gerne mit. Walter und ich machen es uns dann auf dem Sofa gemütlich. Es gibt nichts schöneres, als bei laufender Glotze neben seinem Versorger zu dösen.

Kommt gut in die neue Woche,

Eure Monni

 

 

Armer Hund

Es war im letzten Sommer, an einem schönen, sonnigen Tag und ich machte mit Kumpel einen Spaziergang zum Waldrand. Auf Höhe der Wassertretstelle vernahmen wir ein Winseln. Wir folgten dem Klagelaut, dann sahen wir ihn: Hund. Er lag auf einem Flecken Gras am Wegesrand und jammerte hemmungslos vor sich hin.

Hund-auf-Grasfleck

„Was machst Du denn da?“, fragte ich.

„Ich ruhe mich aus. Bin total fertig vom Toilettengang. Präzisionspinkeln, Hundekotbeutel rausfummeln, zielgenau hinein exkrementieren, Beutel entsorgen… alles nach Reglement“, sagte er, stand auf und wies mit der Pfote auf ein Arrangement von Hinweisschildern in unmittelbarer Nähe.

Hund-vor-Hundetoilette

„Ist total anstrengend“, fuhr er fort, „und so gemein. Alle Welt macht unter sich, wo es jedem gerade gefällt,

Wildgans-macht-unter-sich

Kuh-pinkelt

Fuchs-im-Erdbeerfeld

Baer-pinkelt

nur wir Hunde

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dürfen nix. Das ist deprimierend und schlägt aufs Gemüt.“

Wir bedauerten den Niedergeschlagenen und trösteten ihn ein wenig.

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Dann ertönte plötzlich ein schriller Pfiff und Hund war weg.

 

Eine fröhliche Woche Euch allen! Eure Monni

Die Weihnachtsgeschichte vom blauen Hund Teil 3

Was bisher geschah:

Nachdem Bello, der blaue Hund, und seine Freunde Feli und Fixateur sich im Wald verlaufen hatten und ihnen die Pakete, die sie der Familie Hase bringen sollten, gestohlen worden waren, half ihnen ein großer Bär aus der Patsche. Er gab ihnen neue Pakete und führte sie zur Familie Hase. Ein Schnnesturm verhinderte, dass die drei noch am gleichen Tag nach Hause gehen konnten. Bär lud sie zum Weihnachtsfest in seine Höhle ein und eskortierte sie am anderen Tag zum Waldrand. Nachdem sie sich von Bär verabschiedet hatten, trat ein Tier aus dem Unterholz

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Ich hoffe, die Geschichte hat Euch gefallen.

Ich wünsche Euch eine prima Woche und einen guten Rutsch. Eure Monni

Die Weihnachtsgeschichte vom blauen Hund Teil 2

Was bisher geschah:

Bello, der blaue Hund, und seine Freunde Feli und Fixateur wurden beim Schlittschuhlaufen von Herrmann, dem Rentier gebeten, ihm beim Verteilen von Weihnachtsgeschenken zu helfen. Sie erklärten sich dazu bereit, der Familie Hase, die im Wald wohnt, Pakete zu bringen. Im Wald verliefen sich die drei und ein Wolf, ein Fuchs und ein Eichhörnchen stahl ihnen die Pakete.

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Fortsetzung folgt morgen, Sonntag, den 27. Dezember.

Die Weihnachtsgeschichte vom blauen Hund

Ich hoffe, Ihr habt gestern schön gefeiert. Auch mein heiliger Abend war prima. Walter, mein Versorger hat mich ganz formidabel verköstigt. Außerdem bekam ich eine neue Decke für’s Sofa und einen Kratzbaum.

Richtig spannend und unterhaltsam wurde es aber erst, als Walter schon weg war. Ich bekam Besuch. Müllers von schräg gegenüber haben über die Feiertage Gäste aus Wölfersheim-Södel. Die haben einen Hund dabei. Einen blauen. Der kam gestern Abend bei mir vorbei. Wir unterhielten uns ganz nett. Dann erzählte mir Bello, so heißt der blaue Hund, eine Geschichte, die er vor ein paar Jahren erlebt hat. Es ist eine weihnachtliche Geschichte. Ich dachte mir, die wäre vielleicht etwas für Euch. Der blaue Hund erzählt sie Euch direkt selbst. Sie ist etwas länger und deshalb in drei Teile geteilt. Heute gibt es Teil 1. Morgen, am Samstag und übermorgen, am Sonntag folgen dann Teil 2 und Teil 3.

Ich wünsche Euch noch schöne Weihnachtsfeiertage und gute Unterhaltung. Eure Monni

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Fortsetzung folgt morgen, Samstag, den 2. Weihnachtstag

Die Rettung

Ich habe Euch ja letzte Woche von einem Loch erzählt, in das Hund, Arnold und ich gefallen, beziehungsweise gerutscht waren. Heute erfahrt ihr, wie wir da wieder raus gekommen sind.

Nachdem ich unten im Loch angekommen war, die Landung war glücklicherweise halbwegs weich, ich fand mich auf einem Haufen halb vergammelter Kartoffeln wieder, machten Arnold, Hund und ich eine kurze Lagebesprechung. Arnold: „Stockfinster hier, was?“ Ich: „Ja, ich kann die Pfote nicht vor Augen sehen“. Hund: „ Nun sitzen wir also in einem Loch und starren Löcher hinein“. Arnold: „Müssen wir jetzt Hungers sterben?“ Hund: „Nein, vorerst nicht. Wir haben ja noch die Kartoffeln.“ Ich: „Igitt“. Arnold: „Essen? Wiewowas?“ Hund: „Hier, Kartoffeln, Du sitzt drauf“. Ich:“ Aber Hund, Du als Omnivore hast leicht reden. Wir Spitzohren sind doch Carnivoren“. Während Arnold in eine Kartoffel biss und fröhlich vor sich hinschmatzte, entspann sich zwischen Hund und mir ein Diskurs über vegane Kost, Vegetarismus, die Wertigkeit von Eiweißen… Dann vernahmen wir von oben ein Poltern, darauf die Stimme von Kumpel: „Achtung, Obacht, ich komme. Alle für einen, einer für alle“. Kaum war das letzte Wort verhallt, purzelte Kumpel auch schon vor unsere Pfoten. Er erhob sich, vergewisserte sich, dass wir alle wohlauf waren und erzählte uns von der rettenden Idee von Karthäuser.

Vor vielen Jahren, er war damals noch ganz klein, war Karthäuser an Fastnacht von ein paar als Piraten verkleideten Spaßvögeln in eine Plastikwanne gesetzt und den Dorfbach hinab geschickt worden.

Katze-faehrt-Boot-Illustration-CartoonDer Dorfbach fließt direkt an Bio-Kalles Hof vorbei. Auf Höhe der Scheune mündet er in einen Tunnel und wird von da unterirdisch an Bio-Kalles Ökonomietrakt und unter der Hauptstraße durchgeleitet. Kurz, nachdem er in den Tunnel eingefahren war, hatte Karthäuser damals linker Pfote eine Tür bemerkt. Es bestehe eine große Wahrscheinlichkeit, dass diese Tür zu dem Kellerraum führe, in dem sie jetzt säßen. Diese Tür müsse nur gefunden und von Hund, dem Türöffungs-Künstler, geöffnet werden, dann wären sie schon so gut wie in Freiheit. „Toll, und wie sollen wir die Tür finden. Ist doch stockdunkel hier. Kein Pfitzel Licht. Da machen selbst unsere Stäbchen-Rezeptoren schlapp“, sagte Hund. „Karthäuser meinte, für Deine Spürnase, sei es ein Leichtes, die Tür zu finden. Du sollst dem Geruch von Wasser folgen“, entgegnete Kumpel. „Ach so, Wasser, klar, denke schon die ganze Zeit, dass es hier verdammt nass riecht“.

Um uns in der Dunkelheit nicht zu verlieren, bildeten wir eine Kette. Vorneweg Hund. Hintendrein wir Spitzohren. Mit den Zähnen hielten wir uns jeweils am Schwanz des vor uns Gehenden fest. Dann legte Hund los, schnüffelte, was das Zeug hielt und lief zielstrebig in eine Richtung. „So, hier ist Ende. Mauer links, Mauer rechts, dazwischen Holz, das muss die Tür sein“, sagte Hund, sprang hoch, pfotelte nach der Falle, fand sie und, Sesam open you, die Tür sprang auf. Vor uns der vorbei fließende Dorfbach, von rechts schimmerte Licht in den Tunnel. Arnold stürmte direkt drauf los und hielt eine Pfote ins Wasser.

Hund-und-Katzen-in-Tunnel-Illustration-Cartoon„Oh, kakakakalt“, rief Arnold entsetzt. „Ja, kalt und nass“, sagte Kumpel. „Eine für Katzen inakzeptable Nässe, hier kommen wir niemals wieder weg“, stellte ich fest. „Iwo“, sagte Hund, „ihr setzt Euch einfach auf mich drauf, mir macht das Wasser nichts“.

Gesagt, getan. Hund legte sich hin, wir drei Wasserscheuen kletterten auf seinen Rücken, Hund stand auf und marschierte los.

Katzen-reiten-auf-Hund-Cartoon-IllustrationDas Plätschern und Gurgeln des Wassers hallte an den Tunnelwänden wider. Arnold hatte großen Spaß am Echoeffekt und unterhielt uns auf unserem Ritt aus der Kartoffelhölle mit einer Aneinanderreihung von Hallos in den verschiedensten Stimmlagen. Am Tunnelausgang erwartete uns schon Karthäuser. Er hatte drei Mäuse und einen Knochen dabei. Zu unserer Stärkung. Was für ein Freund.

Karthaeuser-Maeuse-Knochen-Illustration-CartoonEuch wünsche ich noch eine schöne Woche. Passt auf Euch auf und haltet Euch von schwarzen Löchern fern. Eure Monni

Das Loch

Diese Woche waren wir bei Hund eingeladen. Ich traf ihn auf der großen Wiese oberhalb von meinem Haus. Er sagte zu mir: „Komm morgen vorbei. Es gibt eine Überraschung. Und bring die anderen mit.“ Dann ertönte ein kurzer, schriller Pfiff und Hund war weg.

Tags darauf versammelten wir (Kumpel, Karthäuser, Arnold und ich) uns in der Scheune von Bio-Kalle. Hund kam, setzte sich vor uns hin und verkündete stolz: „Ich war bei meinem ersten Agility-Turnier und habe den zweiten Platz gemacht!“ Wir miauten einträchtig Beifall. Dann erläuterte uns Hund den Parcours: „Also, ich musste zunächst über ein paar Hürden springen“. Hund machte einige Luftsprünge. „Dann ging es über einen Laufsteg“. Hund tänzelte über ein am Boden liegendes Brett. „Dann kamen zwei weitere Hürden“. Hund hüpfte wieder durch die Luft. „Dann musste ich durch einen Tunnel“. Hund robbte vor uns auf dem Boden. „Wieder eine Hürde“, Luftsprung, „dann die Wippe“. Hund zerrte das am Boden liegende Brett mit den Zähnen über eine Holzkiste und demonstrierte die Wippe. „Dann wieder zwei Hürden“, Luftsprung, „noch ein Tunnel“, robbrobb, „und ganz zum Schluss noch eine Hürde“. Hund setzt an zu einem besonders hohen Sprung,

Katzen-schauen-Hund-zu-Illustration-Cartoonstieg auf in die Luft, erreichte den Scheitelpunkt der Flugahn, leitete mit den Vorderläufen voraus den Landevorgang ein, tauchte mit den Pfoten ein ins Heu, es folgten Kopf und Korpus, dann der Schwanz, dann war Hund weg.

Wir schauten uns erst verdutzt an und begaben uns dann, Arnold vorneweg, an die Stelle, wo Hund gerade im Heu verschwunden war. Was wir dort vorfanden, war ein Loch. Von diesem Loch aus führte eine Rutschen-artige Konstruktion hinab in die Tiefe. Um den Rand des Loches versammelt streckten wir die Köpfe in das schwarze Nichts unter uns.

Katzen-Loch-Illustration-Cartoon Ein modriges Lüftlein wehte uns entgegen. Wir riefen nach Hund. Keine Antwort. Wir riefen noch einmal, jetzt lauter. Da vernahmen wir aus der Tiefe ein klägliches Jaulen. Arnold, der sich am weitesten vorwagte und mit der vorderen Körperhälfte schon halb im Loch hing, rief nun so laut er konnte: „Huuuhund, kannst Du uns hören? Jaulen. Er wagte sich noch ein bisschen weiter vor, rief wieder „Huuuhund“, dann verloren seine Hinterläufe den Halt und er rutschte in die Tiefe. Ich, die ich mit einer reflexartigen Bewegung versuchte, ihn festzuhalten, verlor das Gleichgewicht und rutschte hinterher. Während ich so rutschte vernahm ich von oben die Stimmen von Kumpel und Karthäuser. Kumpel: „Herrje, jetzt ist die auch noch weg. Was machen wir jetzt bloß?“ Karthäuser: „Ich, also ähhm“, räusper, räusper, „habe, ähhhm, also eine, hmmm…“ Karthäusers Stimme wurde leiser und leiser. Das letzte Wort, das ich verstand, war ‚Idee’. Dann wurde es stockdunkel.

Wo Arnold, Hund und ich gelandet waren und vor allem wie wir da wieder raus kamen ist eine längere Geschichte. Ich werde sie Euch nächsten Freitag erzählen. Bis dahin: Haltet die Ohren steif. Eure Monni

Snow Adé in St. Tropez

Eine schlimme Woche liegt hinter uns, eine Woche zwischen Bangen und Hoffen.

Wir, Kumpel, Karthäuser, Hund und ich hatten uns ja letzten Freitagabend vor Snows Zuhause verabredet, um ins Haus einzudringen, in der Hoffnung, dort Snow oder einen Hinweis auf ihren Verbleib zu finden. Kumpel und ich waren pünktlich zu Beginn der Dämmerung vor Ort. Karthäuser kam mit Verspätung, Hund gar nicht. Wie sich später heraus stellte hatte er wegen seiner Absenz am Vortag („wo bist Du bloß den ganzen Tag herum gestreunert?“) Stubenarrest. Wir machten uns also zu dritt daran, das Haus nach einer versteckten Katzenklappe, einem nicht richtig geschlossenen Fenster, einem Loch in der Kellertür… abzusuchen. Wir umrundeten das Gebäude samt Satellitenbauten mehrfach, hüpften auf jede zugängliche Fensterbank, lehnten uns mit dem Gewicht unserer drei Körper gegen alle Fenster, mit dem Ziel, eines aufzustoßen.

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Vergebens. Alles blieb verriegelt und verrammelt. Und alles blieb dunkel. Das Haus sah irgendwie verlassen aus. Unverrichteter Dinge zogen wir wieder ab. War Snow mit Frauchen vielleicht nur in Urlaub gefahren, ohne uns Bescheid zu sagen? Die folgenden Tage und Nächte patrouillierten Kumpel und ich immer wieder ums Haus, in der Hoffnung auf ein Lebenszeichen. Aber alles blieb still.

Zwischenzeitlich erreichten uns Meldungen, die unsere Herzen Achterbahn fahren ließen. Ein Hase kam und meinte, er habe eine tote, weiße Katze in einem Straßengraben am Rande des Dorfes gesehen. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um das Überbleibsel eines Narren, beziehungsweise dessen Verkleidung handelte: eine Mütze aus weißem Kunstfell mit angenähten Ohren. Meiers Lumpi berichtete von einer Katze mit verwaschenem, weißem Fell und blauen Augen, die bewegungslos vor Müllers Haustüre verharre. Es stellte sich heraus, dass die Bewegungslosigkeit von der tönernen Materialität der Dekomietze herrührte. So vergingen die Tage ohne nennenswerte Neuigkeiten in Sachen Snow.

Gerstern Nacht schafften wir es endlich doch, in Snows Haus zu gelangen. Mit Hilfe von Hund. Der war durch die versehentlich nicht abgeschlossene Haustüre zu Hause ausgebüchst und unternahm einen Nachtspaziergang. Kumpel und ich trafen ihn zufällig auf dem Weg zu Snow. Er begleitete uns und checkte sofort nach Eintreffen am Objekt, das wir unter Observation genommen hatten, sämtliche Türen. Haustür, Terrassentür, Garagentür: alle abgeschlossen. Dann die Kellertür: Hund sprang hoch, drückte mit der Pfote auf die Klinke und Sesam open you: die Tür sprang auf.

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Was für eine Freude. Wir betraten den Keller und gelangten über eine Treppe ins Erdgeschoss, wo Hund noch eine Tür öffnete. Dann waren wir im Flur. Mit Hunds Hilfe, der jetzt ganz im Türöffnermodus war, inspizierten wir jeden Raum. Doch von Snow keine Spur. Nur kühle Luft wehte und entgegen. Es roch nach Leerstand. Als wir wieder im Flur waren, fiel mein Blick auf einen Zettel auf dem Boden unter dem Schlüsselbrett.

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Ich las laut vor: „Liebe Lena, Bettzeug wie vereinbart in der Truhe. Raklettegeschirr: Keller. Der Aufenthalt hier war wunderbar. Vielen Dank für alles. Viele liebe Grüße auch von Snow :). P.S.: Besuch uns doch mal in St Tropez, mit Edgar. Oder, wenn der nicht kann: mit Deinem roten Teufelchen. Snow vermisst ihn bestimmt :).

Das klang einigermaßen endgültig. Vorerst zumindest. Kumpel stammelte: „Lena, Edgar, meine beiden… also, das müssen die sein… rotes Teufelchen… ich? Snow vermisst Teufelchen… also mich…!!! Dann brach er in Tränen aus. Halb aus Freude, halb vor Schmerz.

Die Sache ist zum Glück gut ausgegangen. Halbwegs. Snow ist wohl auf, allerdings in St. Tropez. Nicht gerade um die Ecke. Kumpel schmachtet jetzt im Liebeskummer, hofft aber auf Reisepläne seines Frauchens. Mit ohne Herrchen. Er überlegt, sich Hörner wachsen zu lassen, um Frauchen an die Reise nach St. Tropez zu erinnern. Zusammen mit ihm, dem roten Teufelchen.

Begegnung mit Hund

Vor ein paar Tagen, ich war nach erfolglosem Mausen in der Scheune von Bio-Kalle im Heu eingeschlafen, wachte ich auf und vor mir lag Hund (der von Bio-Kalle). Meine Augen, kaum hatten sie sich geöffnet, blickten geradewegs in die rehbraunen Kullerglubscher von Hund.

Monni-Hund-Auge-in-AugeSie waren so dicht vor mir, dass ich zunächst nur mein in ihnen sich spiegelndes Konterfei sah. In doppelter Ausführung. Ich erschrak, denn mein noch schlaftrunkener Denkapparat konstruierte daraus eine Himmelfahrtsszenerie: Ich, als Dahinscheidende, blickt auf dem Weg ins Regenbogenland auf die eigene Seele, die aus dem sich entmaterialisierenden Körper aufsteigt. Aber warum gab es davon zwei? Goethe mit seinen zwei Seelen huschte kurz durch meine Gehirnwindungen. Dann wurde ich etwas wacher und erschrak gleich noch einmal, denn ich erkannte die reale Ursache für mein Spiegelbildduo. Jetzt hob mein Oberstübchen erst richtig ab zur Achterbahnfahrt. Da kam einerseits aus der Abteilung für Erfahrungen und Erlerntes die Meldung: OBACHT! HUND! ALARM! Andererseits sorgte die vom Sehnerv übertragene Information – zwei Riesenglubscher kucken treudoof aus einem süßen Kindchenschemagesicht – für de Ausschüttung von Betütelungshormonen. Aus Unschlüssigkeit, was zu tun sei, blieb ich liegen.

„Hallo Mietze, na, bist Du wach?“ fragte Hund. „Hast Du gut geschlafen?“ Ich überlegte, was es mit den höflichen Worten aus sich haben könnte. Ein Ablenkungsmanöver? Sicherheitshalber fuhr ich schon mal meine Krallen etwas aus.

Monni-Krallen01 „Übrigens, weisst Du, dass Du schnarchst?“ Das war jetzt unverschämt. „Entschuldigung, ich will nicht unhöflich sein, aber mein Herrchen schnarcht auch. Das kommt, wenn man auf dem Rücken liegt, sagt mein Frauchen, und dass man daran ersticken kann. Wenn er schnarcht, weckt sie ihn, damit er sich auf die Seite dreht.“ Aha, jetzt tut er fürsorglich. Wahrscheinlich noch so ein Ablenkungsmanöver. Ich fuhr meine Krallen noch etwas weiter aus.

Monni-Krallen-02-a „Übrigens letzte Woche, da wollte ich nur spielen, aber als ich den Philosophen sah, bin ich lieber gegangen, ich hatte keine Lust auf tief schürfende Gespräche“. Soso, nur spielen… Diese Worte waren der Code für: Achtung, gleich geht’s los. Ich fuhr meine Krallen bis zum Anschlag aus.

Pfote„Na, wie sieht’s aus, hast Du Hunger? Drüben in der Milchküche ist noch ein Schluck Direktmilch, wollen wir uns den einverleiben?“ Jetzt lud er mich auch noch ein. Auf einen Schluck Milch. Ich überlegte, ob dies nun die Finte aller Finten war, ob ich also zum Angriff übergehen sollte, aber das Wort ‚Milch’ aktivierte alle Verdauungssäfte in meinem gähnend leeren Magen, die für das Ausfahren der Krallen verantwortliche Muskulatur erschlaffte, ich stand auf und sagte: „Okay“. „Supi“, freute sich Hund, wedelte mit dem Schwanz, rannte zur Tür, die die Scheune vom Kuhstall trennt, öffnete sie, hielt sie mir auf und sagte: „Komm!“ „Mannomann, ganz schön tricky, und so gut erzogen, Danke“, entgegnete ich, durchaus beeindruckt.

Auf dem Weg zur Milchküche erzählte mir Hund von seinen sportlichen Aktivitäten: „Weißt Du, ich habe Australien Sheppard im Blut. Ich möchte gefordert werden. Zweimal die Woche gehe ich mit Frauchen in die Hundeschule. Am Montag hab ich Obedience, am Freitag Dogdancing, zwischendurch mach ich noch ein bisschen Agility. Ich kann schon Sitz, Platz, Steh, Apportieren und fünf verschiedene Gerüche unterscheiden. Außerdem kann ich Beinslalom, Rückwärtsgehen, Männchen machen und Polonaise. Und beim Agility mag ich am liebsten den Tunnel und die Wippe. Ich freue mich schon aufs Frühjahr. Da mache ich zum ersten mal bei einem Wettbewerb mit, in der Beginnerklasse“.

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Was für eine Quasselstrippe. Ich staunte nicht schlecht. Wie konnte soviel Sport nur in einen einzigen Hund passen. Dann waren wir endlich da. Hund forderte mich auf, zu speisen. Das tat ich. Es schmeckte vorzüglich. Als ich mein Mahl beendet hatte, war nur noch ein kleiner Rest übrig. „Wie, schon satt? Aber da ist noch was“, sagte Hund. „Kann nicht mehr“, erwiderte ich. Hund erhob sich, beugte sich über den Napf und leckte diesen mit einem einzigen Zungenschlonzer blitz blank sauber.

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Anschließend machten wir eine Runde über den Hof. Hund zeigte mir den Hühnerstall, die Ponyweide und den Gebäudetrakt mir dem Maschinenpark. Plötzlich ertönte ein schriller, kurzer Pfiff und Hund war weg.

Auf dem Heimweg musste ich über einen Zaun. Ich sprang drüber, auf der anderen Seite saß ein Hase. „Ah, machst Du auch Agility?“ fragte er mich. „Nein, Parcour!“, entgegnete ich und ließ den verdutzten Hasen hinter mir zurück.

Und wie sieht’s bei Euch aus? Seid Ihr auch so Sportskanonen wie Hund oder mögt Ihr es lieber gemütlich? Lasst es mich wissen, wenn Ihr mögt. Eure Monni