Die Rettung

Ich habe Euch ja letzte Woche von einem Loch erzählt, in das Hund, Arnold und ich gefallen, beziehungsweise gerutscht waren. Heute erfahrt ihr, wie wir da wieder raus gekommen sind.

Nachdem ich unten im Loch angekommen war, die Landung war glücklicherweise halbwegs weich, ich fand mich auf einem Haufen halb vergammelter Kartoffeln wieder, machten Arnold, Hund und ich eine kurze Lagebesprechung. Arnold: „Stockfinster hier, was?“ Ich: „Ja, ich kann die Pfote nicht vor Augen sehen“. Hund: „ Nun sitzen wir also in einem Loch und starren Löcher hinein“. Arnold: „Müssen wir jetzt Hungers sterben?“ Hund: „Nein, vorerst nicht. Wir haben ja noch die Kartoffeln.“ Ich: „Igitt“. Arnold: „Essen? Wiewowas?“ Hund: „Hier, Kartoffeln, Du sitzt drauf“. Ich:“ Aber Hund, Du als Omnivore hast leicht reden. Wir Spitzohren sind doch Carnivoren“. Während Arnold in eine Kartoffel biss und fröhlich vor sich hinschmatzte, entspann sich zwischen Hund und mir ein Diskurs über vegane Kost, Vegetarismus, die Wertigkeit von Eiweißen… Dann vernahmen wir von oben ein Poltern, darauf die Stimme von Kumpel: „Achtung, Obacht, ich komme. Alle für einen, einer für alle“. Kaum war das letzte Wort verhallt, purzelte Kumpel auch schon vor unsere Pfoten. Er erhob sich, vergewisserte sich, dass wir alle wohlauf waren und erzählte uns von der rettenden Idee von Karthäuser.

Vor vielen Jahren, er war damals noch ganz klein, war Karthäuser an Fastnacht von ein paar als Piraten verkleideten Spaßvögeln in eine Plastikwanne gesetzt und den Dorfbach hinab geschickt worden.

Katze-faehrt-Boot-Illustration-CartoonDer Dorfbach fließt direkt an Bio-Kalles Hof vorbei. Auf Höhe der Scheune mündet er in einen Tunnel und wird von da unterirdisch an Bio-Kalles Ökonomietrakt und unter der Hauptstraße durchgeleitet. Kurz, nachdem er in den Tunnel eingefahren war, hatte Karthäuser damals linker Pfote eine Tür bemerkt. Es bestehe eine große Wahrscheinlichkeit, dass diese Tür zu dem Kellerraum führe, in dem sie jetzt säßen. Diese Tür müsse nur gefunden und von Hund, dem Türöffungs-Künstler, geöffnet werden, dann wären sie schon so gut wie in Freiheit. „Toll, und wie sollen wir die Tür finden. Ist doch stockdunkel hier. Kein Pfitzel Licht. Da machen selbst unsere Stäbchen-Rezeptoren schlapp“, sagte Hund. „Karthäuser meinte, für Deine Spürnase, sei es ein Leichtes, die Tür zu finden. Du sollst dem Geruch von Wasser folgen“, entgegnete Kumpel. „Ach so, Wasser, klar, denke schon die ganze Zeit, dass es hier verdammt nass riecht“.

Um uns in der Dunkelheit nicht zu verlieren, bildeten wir eine Kette. Vorneweg Hund. Hintendrein wir Spitzohren. Mit den Zähnen hielten wir uns jeweils am Schwanz des vor uns Gehenden fest. Dann legte Hund los, schnüffelte, was das Zeug hielt und lief zielstrebig in eine Richtung. „So, hier ist Ende. Mauer links, Mauer rechts, dazwischen Holz, das muss die Tür sein“, sagte Hund, sprang hoch, pfotelte nach der Falle, fand sie und, Sesam open you, die Tür sprang auf. Vor uns der vorbei fließende Dorfbach, von rechts schimmerte Licht in den Tunnel. Arnold stürmte direkt drauf los und hielt eine Pfote ins Wasser.

Hund-und-Katzen-in-Tunnel-Illustration-Cartoon„Oh, kakakakalt“, rief Arnold entsetzt. „Ja, kalt und nass“, sagte Kumpel. „Eine für Katzen inakzeptable Nässe, hier kommen wir niemals wieder weg“, stellte ich fest. „Iwo“, sagte Hund, „ihr setzt Euch einfach auf mich drauf, mir macht das Wasser nichts“.

Gesagt, getan. Hund legte sich hin, wir drei Wasserscheuen kletterten auf seinen Rücken, Hund stand auf und marschierte los.

Katzen-reiten-auf-Hund-Cartoon-IllustrationDas Plätschern und Gurgeln des Wassers hallte an den Tunnelwänden wider. Arnold hatte großen Spaß am Echoeffekt und unterhielt uns auf unserem Ritt aus der Kartoffelhölle mit einer Aneinanderreihung von Hallos in den verschiedensten Stimmlagen. Am Tunnelausgang erwartete uns schon Karthäuser. Er hatte drei Mäuse und einen Knochen dabei. Zu unserer Stärkung. Was für ein Freund.

Karthaeuser-Maeuse-Knochen-Illustration-CartoonEuch wünsche ich noch eine schöne Woche. Passt auf Euch auf und haltet Euch von schwarzen Löchern fern. Eure Monni

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