Kumpels Zuhause

Kumpel hat mir sein Zuhause gezeigt. Von meinem Garten aus führte der Weg quer über die Wiese den Hang hinauf, dann durch dichtes Gebüsch, vorbei an einem Haus, durch ein Loch in einem Staketenzaum zum Nachbargrundstück und vorbei an einem weiteren Gebüsch, dann wieder über eine Wiese, immer weiter aufwärts, bis zu einem steil am Hang liegenden Haus, das von zahlreichen mit Stauden und Büschen bepflanzten Terrassen umgeben war.

Durch eine Katzenklappe in der Terrassentür gelangten wir direkt ins Wohnzimmer. „Schau, das ist einer meiner Lieblingsschlafplätze“. Kumpel hüpfte aufs Sofa und legte sich zur Demonstration seiner Schlafgewohnheiten mit lang ausgestreckten Gliedmaßen der Länge nach hin. „Aha, und wo sitzen dann Herrchen und Frauchen?“ „Na, rechts und links neben mir. Die brauchen nicht soviel Platz“, sagte Kumpel und deutete mit seinem Kopf auf die cirka dreißig Zentimeter breiten Restsitzflächen neben den Armlehnen.

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Dann gingen wir ins Schlafzimmer. „Schau, das ist nein Bett“, sagte Kumpel, hüpfte hinauf und legte sich wieder lang ausgestreckt hin, so dass die eine Betthälfte von seinem Körper vereinnahmt war. „Aha, und wo schläft dann Herrchen, beziehungsweise Frauchen?“ „Ach, die brauchen nicht soviel Platz. Die machen es sich in der anderen Betthälfte bequem.“ Dann zeigte er mir noch seine Lieblingsschlafplätze auf den Fensterbänken, auf den in der Wohnung verteilten Flickenteppichen, seinen Lieblinsschlafplatz im oberen Stockwerk, eine mit weicher Decke ausgestattete Plastikwanne vor der Waschmaschine und seinen Lieblingsschlafplatz auf dem Sessel, der unter dem Treppenaufgang zum Speicher stand. Anschließend gingen wir wieder nach unten. Vor einem Schrank blieb er stehen. Die rechte Tür war einen Spalt weit geöffnet. Kumpel zog die Tür mit der Pfote ganz auf. „Schau, das ist mein Speiseschrank“. Auf mehreren Böden stapelten sich hier bunt bedruckte Tüten, Schalen, Kartons. ‚Huhn in Soße’, ‚Huhn gegrillt’, ‚Rind in Gelee’, ‚Fisch mit Gemüse’… „Hast Du Hunger? Heute morgen gab’s gedünstete Pute und Trockenfutter mit Meeresfrüchten. Da ist noch was übrig“. Wir gingen in die Küche und aßen einen Happen. Dann hüpfte Kumpel auf den Küchentisch. „Schau, das ist mein Lieblingsspielzeug“. Er angelte mit seiner Pfote nach einem Haargummi und schleuderte ihn durch die Luft. Der Gummi fiel zu Boden, rollte dort noch ein Stück und blieb vor dem Küchenschrank liegen. Kumpel hüpfte vom Tisch, ging vor dem Haargummi in Lauerposition und schoss das Ding mit Karacho unter den Küchenschrank, wo schon eine Armada anderer Haargummis in den unterschiedlichsten Farben versammelt war.

Dann begaben wir uns auf eine der ausladenden Fensterbänke und genossen den Ausblick. Von hier oben konnte man das ganze Dorf überblicken. Ein grandioses Panorama. Wir wollten gerade damit beginnen, unser Fell ein wenig zu waschen, da kam ein Auto die Straße hoch gefahren. „Ah, meine Versorger kommen“. „Oh, Scheibenkleister“. Mit einem Riesensatz sprang ich von der Fensterbank und flitzte durch die Katzenklappe ins Freie. An der Hausecke angekommen hielt ich inne und blickte zurück. Kumpel hatte sich zur Begrüßung neben das gerade geparkte Auto gesetzt. Die Tür ging auf, eine Hand kam raus und streichelte dem roten Frechdachs über den Kopf. ‚Der ist gut versorgt‘, dachte ich bei mir, und machte mich zufrieden auf den Heimweg.

Und wie siehts bei Euch aus? Habt Ihr auch einen Kumpel? Und ist der auch so frech wie meiner. Lasst es mich wissen, wenn Ihr mögt. Bis dahin, Eure Monni.

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